Heute ist dein Tag

Kennst du das auch?  Du läufst durch die Welt und siehst nichts und hörst nichts. Alles läuft an dir vorbei und du kriegst gar nichts mit.

 

Wie gehst du mit dir um?

Hast du auch mal Zeit für dich? Für deine Bedürfnisse, deine Belange?

 

Siehst du dich?

Wie wichtig bist du dir?

Wohin gehst du?

Weißt du Bescheid über dich, kennst du überhaupt deine Belange?

 

Wie oft rennen wir durch diese Welt ohne etwas wahrzunehmen. Ständig sind wir mit etwas beschäftigt, haben eine wichtige Aufgabe zu erledigen und bleiben im Außen hängen. Wie es in uns drin aussieht interessiert uns wenig. Unseren Gefühlen gehen wir somit aus dem Weg.

 

Da ist kein Raum, keine Zeit, keine Sekunde, in der du still sitzt und dich selbst genießt. Du lebst gar nicht mehr in deinem Inneren, hast keinen Bezug mehr zu dir. Alles fliegt an dir vorbei und es scheint so, als wärst du nicht wichtig. Du bist dir gleichgültig und schaltest nicht mehr ab.

 

Du sagst, du hast keine Zeit, um für dich da zu sein. Da sind deine Kinder, dein Mann, deine Arbeit. Da sind die Nachbarn und Freunde, die etwas von dir erwarten und manchmal tust du dir selbst leid. Wenn ich dir jetzt sage, dass es ganz einfach ist dir Zeit zu nehmen, dann wirst du sicher sagen, du hast doch keine Ahnung, was bei mir gerade los ist.

 

Und ich sage dir, du brauchst gar keine freie Zeit, um dir nahe zu sein. Du kannst gleich am Morgen damit anfangen. Nimm einfach mal bewusst wahr, wie der Strahl des Wassers beim Duschen deine Haut berührt, wie du die Seife auf deinem Körper verteilst.

Spürst du deine Haut? Nimm einfach nur wahr.

 

Fühlst du dich wohl? Tue das, was du tust ganz bewusst. Du kannst den Wasserstrahl nicht nur spüren, du kannst ihn sehen, hören vielleicht sogar riechen. Nimm wahr, was dir gut tut und sei ganz bei dir. Und schon hast du dir Zeit geschenkt. Unmöglich? Ich sage: "Es geht ganz leicht. Du musst nur daran denken."

 

Spür mal beim Zähneputzen die Bürste in deiner Hand, in deinem Mund, auf deinen Zähnen. Wie fühlt es sich an? Achte auch mal auf das Wasser in deinem Mund beim Ausspülen. Ist es kalt oder warm?

 

Wenn du frühstückst, welche Farben hat dein Essen?

Was genau isst du da?

Wie fühlt sich das Essen in deinem Mund an?

Wie schmeckt es?

 

Beobachte einmal ganz achtsam und liebevoll, was du beim Essen tust. Du kannst das auch deinen Kindern beibringen und gemeinsam mit ihnen achtsam essen. Tauscht euch mal über den Geschmack aus, das ist ein tolles Spiel und die Kinder lernen so intensiver wahrzunehmen, was sie da tun. So könnt ihr alle viel mehr bei euch bleiben.

 

Auch auf dem Weg zu deiner Arbeit kannst du dir Aufmerksamkeit schenken. Gehe den Weg mal ganz bewusst. Spür, wie deine Füße den Boden berühren und schau dich um, was du siehst. Atme tief die frische Luft ein und sei dir bewusst, dass du lebst, dass du ganz da bist.

 

Schau dich an deinem Arbeitsplatz um, nimm wahr wie er gestaltet ist. Was alles steht oder liegt da? Welche Farben und Formen begegnen dir? Nimm es einfach nur wahr.

Spüre mal nach, ob es dir gut tut an diesem Platz, so wie er jetzt gestaltet ist, zu arbeiten. Wie fühlst du dich gerade?

Stört dich etwas, möchtest du etwas wegräumen?

Empfindest du es als ansprechend, an diesem Ort zu arbeiten?

 

Vielleicht fallen dir in der nächsten Zeit die Dinge auf, die du verändern möchtest. Mach dir dabei keinen Druck. Es tut dir nicht gut, wenn du anfängst zu grübeln, was du verändern könntest. Je mehr du achtsam wahrnimmst, umso eher wird dir etwas ins Auge stoßen, das du verändern möchtest. Es ist ein Prozess, gehe es ganz langsam an.

 

Atme einmal sanft ein und aus. Wenn du magst, klebe dir an eine gut sichtbare Stelle einen Zettel, auf den du dir schreibst: Sanft atmen. So wist du immer wieder ans Atmen erinnert.

 

Oft merken wir gar nicht, wie sehr wir den Atem anhalten. Wir nehmen womöglich auch noch eine völlig verkrampfte Haltung ein. Das blockiert unser Denken und führt auch dazu, dass unser Körper nicht richtig arbeiten kann. Er braucht den Sauerstoff!

 

Sobald du dich wieder auf deinen Atem konzentrierst wirst du lockerer und dein Körper entspannt sich.

Du kannst besser arbeiten und bist mit mehr Hingabe bei deiner Arbeit.

 

Achte mal darauf wie du auf deinem Stuhl sitzt. Sind deine Füße aufgestellt? Das verschafft dir ein besseres Gleichgewicht.

Wie liegt dein Becken auf?

Sitzt du bequem?

Stimmt deine Sitzhöhe?

Kannst du mit einem geraden Rücken sitzen?

Wie liegen deine Arme auf der Unterlage auf?

 

Ruckele dich auf deinem Stuhl  so lange zurecht, bis du eine angenehme Sitzposition hast. Wenn nötig, dann verstelle deinen Stuhl. Dein Arbeitsplatz sollte dir diese Möglichkeit bieten, denn es ist unbedingt wichtig, in einer geraden Haltung zu arbeiten, sonst sind Rückenschmerzen vorprogrammiert.

 

Achte auch mal auf die Geräusche, die dich umgeben. Ich höre gerade die Vögel draußen zwitschern, das tut mir gut.

Schaffe dir,  wenn möglich, eine angenehme Atmosphäre, damit du gerne an diesen Platz wieder kommst.

 

Wenn du so aufmerksam durch deinen Tag gehst, wirst du merken, dass du viel intensiver lebst und weniger Stress empfindest. Du hast eine bessere Beziehung zu dir, merkst mehr und mehr, was dir gut tut und kommst wieder in dein Gleichgewicht. Viel Spaß beim Üben! 

 

 

 

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