Den inneren Kontakt aufbauen

Kennst du diese Tage, wo du dich ganz alleine fühlst?

 

Tage, an denen du dich am liebsten verkriechen möchtest und nicht aus dem Haus willst?

 

Tage, die du gerne schon hinter dir hättest und die dir bedrohlich erscheinen, weil dir nichts gelingt und die Freude ganz und gar ausbleibt?

 

Das sind die Tage, an denen ich keinen Frieden finden und mich selbst nicht leiden kann. Dann spüre ich deutlich, wie ich die Verbindung zu meinem Inneren verliere und wegrutsche von meinem Glauben an mich selbst, weil nichts geht wie es gehen soll.

 

Da habe ich ein wunderbares Bild angefangen, das mir viel Freude bereitet, aber ich werde nicht warm damit, kann mich nicht daransetzen, um weiter zu arbeiten, finde es auf einmal gar nicht mehr schön und gerate in eine Ablehnung meines eigenen Tuns und Wirkens, die mich schwer nach vorne schauen lässt.

 

Da sind solche Unebenheiten, dass du kaum noch weißt, wer du wirklich bist. Du kennst dein Ziel ganz genau, du hast es dir schon lange vorgenommen und je konkreter es wird, umso schwerer fällt es dir, dran zu bleiben, es zu realisieren und zufrieden nach vorne zu schauen.

 

 

Da ist auch niemand, der dich ermutigt, der dich nach vorne treibt, der dir sagt, es lohnt sich, wenn du dran bleibst. Mach weiter so. Du bist tatsächlich vollkommen alleine mit deinem Werk, das du so mutig und voller Lust angefangen hast. Da waren so viele Ideen, so viele Ideale, so viele wundervolle Impulse, die du realisieren wolltest und die du auch mit großem Elan begonnen hast. Jetzt stehst du vor deinem Werk oder vor deiner Arbeit und denkst, das ist doch nichts, das taugt doch nichts. Du machst es schlecht und findest keine Worte, um dich zu loben.

 

Dir stehen selbst die Haare zu Berge, weil du weißt, wieviel Arbeit in dem angefangenen Bild, in deinem Berufungswerk steckt und dennoch bist du nicht damit zufrieden. Du beginnst dich zu fragen, was du noch erreichen möchtest, wo dich dein Weg hinführen soll. Und dann stehst du da und bist traurig wegen dieser großen, zerstörenden Kritik, die sich in dir breit macht.

 

Der Seele Aufmerksamkeit geben

Hier beginne ich, mich auf meinen Atem zu konzentrieren, diese Gedanken an mir vorbeiziehen zu lassen und mich meinem Ziel zuzuwenden. Ich stelle mir z. B. vor, wie zufrieden meine Kunden sind, wie gut mir meine Arbeit tut und wie angenehm es sich anfühlt, wenn ich mein Ziel erreicht habe.

Das hilft mir sehr schnell, wieder eine neue Perspektive einzunehmen und mich fallen zu lassen.

 

Meistens spüre ich solche Stimmungen, wenn ich mir etwas Neues vorgenommen habe, wenn ich mich herauswage aus dem gewohnten Feld. Dann tut es mir besonders gut mich zu bewegen. Doch was, wenn ich es nicht kann? Wenn mich innerlich etwas lähmt und mich nicht herauslässt aus meiner tiefen Traurigkeit oder dem Fass ohne Boden? Dann gehe ich manchmal einfach einen Schritt zurück und setze mir ein kleineres Etappenziel, weil ich merke, dass mein Ziel gerade zu groß für mich ist.

 

Ich atme in meinen Mittelpunkt, stelle mir vor, dass es in mir einen besonders wohligen Platz gibt, einen Platz zum Verweilen, wo ich mich gerne aufhalte und bleibe. Auch wenn ich nichts spüren kann, weiß ich doch, dass ich hier geborgen bin, dass mich etwas trägt und hält und dass ich immer wieder hierher zurückkommen kann, um aufzutanken, mich zurückzuziehen und ganz bei mir zu sein. Ich stelle mir meine Seele wie eine große, liebevolle Person vor, die sich mir zuwendet, die für mich sorgt, mir vielleicht einen Tee kocht oder mich ermutigt dranzubleiben, nicht aufzugeben.

 

Dann fühle ich diese Stärke in mir, diesen Trost.

 

Dann kommt die Ahnung von Geborgenheit in meine Zellen.

 

Dann erkenne ich, dass es weiter geht, dass jemand zu mir steht.

 

Dann fühle ich mich geliebt, auch wenn ich es nur erahnen kann, was das bedeutet.

 

Aber ich weiß, da ist jemand, der an mich glaubt, der mir zur Seite steht, mich niemals verlässt, selbst wenn ich ihn schon mal weggeschickt habe.

 

Wenn ich mich mir selbst zuwende, meine körperlichen Gefühle und Empfindungen wahrnehme, tief hineinatme in meinen Schmerz und allem Raum gebe zu sein, dann kann es sich entfalten und sich verändern.

 

Besonders hilfreich ist es dann, mir zu vergeben, dass ich so streng mit mir war, dass ich mit meiner Kritik alles zerstöre oder dass ich mich nicht annehmen kann mit meinen Wünschen und Zielen. Ich stelle mir dann die Liebe als Person vor, die neben mir steht und mir helfend die Hand reicht, damit ich weitergehen kann, bereit bin, den nächsten Schritt zu tun, indem ich mich mir zuwende. Sie umarmt dann  diesen traurigen Teil, der nicht weiter weiß und stärkt ihn durch ihre Gegenwart. Auch hier kann ich mich hineinfallen lassen und die Anwesenheit genießen oder einfach die Tränen

fließen lassen.

 

Dann tut es mir gut, dankbar zu sein auch wenn es schwer fällt. Dankbar, dass ich auf dem Weg bin, egal wo ich gerade stehe, dass ich mich aufgemacht habe, meine Ziele zu erreichen und sei es das Ziel, mehr und mehr auf meinen Atem zu achten oder meine Umgebung intensiver anzusehen.

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