Annehmen, was ist

Kennst du das? Du bist in einer Situation, in der du überhaupt nicht sein möchtest.

 

Du hasst deinen Tagesablauf und bist vollkommen unzufrieden.

Unzufrieden mit deinem Job, mit deiner Beziehung, mit deinen Freunden und Bekannten.

Dir geht einfach alles auf die Nerven und das zehrt an dir.

Unlust hat sich längst schon in dir ausgebreitet und jetzt weißt du nicht - wohin.

Verzweifelt suchst du einen Ausweg, weil du es nicht mehr aushältst.

 

Und in einer solchen Situation kommt jemand daher und sagt dir, nimm einfach an, was ist.

 

Vor lauter Verzweiflung fängst du an zu weinen, denn dieser Rat scheint dir vielleicht gut gemeint, aber du bist nicht in der Lage anzunehmen, auch wenn das tatsächlich die Lösung sein sollte. Du hast das Gefühl nicht verstanden zu werden und meinst, die ganze Welt habe sich gegen dich verschworen.

 

Das geht doch nicht, das kann ich nicht, das ist doch völlig unmöglich! Sieht das denn keiner? Und völlig fassungslos beschreibst du zum hundertsten Mal deine missliche Lage, die du so nicht willst und die dir verdammt noch mal nicht gut tut.

 

Die Weg von Stimmung

Ja, in solch einer Situation kannst du einfach nicht mehr über den Tellerrand schauen. Du bist so gefangen von deinen negativen Gefühlen und steckst richtig tief im Schlamm. Nichts kann dir helfen, außer, du findest einen neuen Job, einen neuen Partner, neue Freunde...  . Und außerdem möchtest du auch endlich mal glücklich sein, dich am Leben freuen und nicht jeden Tag von Neuem unmotiviert vor dich hin leben.

 

Du vertiefst dich in die Suche nach dem Anderen, dem Neuen, dem Schönen und bist in einer ständigen Weg-von-Stimmung.

 

Je mehr du weg willst, umso mehr wirst du wieder und wieder in dieser unbefriedigenden Situation landen. Du wirst genau das bekommen, was du auch bisher durch dein Denken und Fühlen erschaffen hast. Denn alles, was wir vehement ablehnen und bekämpfen bleibt an uns kleben wie Klebstoff. Es wirkt wie ein Magnet und wir werden es niemals loswerden.

 

Neues zu erschaffen setzt tatsächlich erst einmal voraus, dass wir uns mit unserem Jetzt aussöhnen, dass wir annehmen was ist. Und nun wirst du wieder stöhnen, nein, das habe ich jetzt oft genug gehört, das geht einfach nicht, das kann ich doch nicht. Meine Lage ist viel zu unerträglich, die kann ich nicht einfach so annehmen.

 

Nun kommt etwas, was die meisten übersehen. Du gehst von deiner jetzigen Lage aus und meinst, du musst das alles gut heißen, wenn du es jetzt annimmst. Das kannst du nicht. Punkt.

 

 

Annehmen, dass du nicht annehmen kannst

Du hast dabei noch nicht bemerkt, dass es ja darum geht anzunehmen, was ist. Dein tatsächliches Ist sieht so aus, dass du deine Lage nicht annehmen kannst und willst. Es geht also in einem ersten Schritt darum, anzunehmen, dass du deine Situation nicht annehmen kannst.

 

Damit würdigst du zuallererst deine eigenen Gefühle, das was dich gerade ausmacht und du gibst dir die Möglichkeit, wieder Luft holen zu können, denn du fühlst dich verstanden. Deine wahren Gefühle werden angesprochen und es fällt dir auf einmal ganz leicht anzunehmen, was  ist.

 

Du bist in dieser einmaligen Situation, in genau der Lage, die dich prägt und die deinem Leben den Anstrich gibt, den du ihm bisher gegeben hast, weil du genau diese Erfahrungen machen wolltest. Diese Erfahrungen sind wertvoll, sie machen dich zu dem, was du bist und sie geben dir deine Kompetenz. Mit genau diesen Erfahrungen kannst du andere begleiten, sie leiten, mit ihnen das Erlebte teilen und du kannst sie viel besser verstehen.

 

So sehr du dich jetzt gegen deine Erfahrungen wehrst, du hast sie nicht umsonst erschaffen.

 

Prägungen und Muster bestimmen uns

Sie sollten dich an etwas erinnern, an eine Erfahrung aus deiner Kindheit, die du noch nicht vergessen hast und die dein Handeln prägt.

 

Vielleicht findest du das Muster heraus, das hinter dem Erlebten steht.

 

Was erlebst du gerade?

Welche Gefühle hast du dabei?

Was wiederholt sich immer wieder in deinem Leben?

 

Bedanke dich bei diesem Muster. Es hat dir lange gedient, wie ein treuer Freund hat es dir zur Seite gestanden. Als es entstanden ist, hast du es genauso gebraucht und warst abhängig von ihm geworden. Jetzt passt es nicht mehr in dein Leben. Würdige es, dass es dich so lange begleitet hat und sage ihm, wovor es dich vielleicht bewahrt hat. Dabei darfst du ruhig kreativ werden.

 

Wenn dein Muster z.B. Enttäuschung ist und du bist niedergeschlagen, weil dein Job so unspektakulär ist, dann kann dich das davor bewahren, dass du selbst Fehler machst, denn du beherrscht alles, was dein Job verlangt. Oder es beschützt dich davor, dass du überfordert bist, weil alles eine vertraute Routine geworden ist.

Dieses Muster ist dir in deiner Kindheit vielleicht begegnet, als deine beste Freundin weggezogen ist, als du in der Schule nicht die Beste beim Lesen warst oder als dein Bruder besser war in der Schule als du oder als deine Eltern enttäuscht von dir waren, dass du  so schlechte Noten hattest. Du hast ihre Enttäuschung übernommen.

 

Wenn du das Muster herausgefunden hast, dann nimm auch dieses erst einmal an. Es hat dir tatsächlich lange gedient und dir geholfen, deine Lebenserfahrungen zu machen. Dann sage ihm: "Du bist mir sehr vertraut und hast mir lange gedient. Jetzt entscheide ich mich bewusst dafür, etwas anderes erleben zu wollen".

 

Dann stell dir genau die neue Situation vor, fühle sie und übe so lange, bis du dich richtig wohl darin fühlen kannst. Diese Gefühle kannst du so oft als möglich in deinen Fokus rücken und dich mit ihnen umgeben, so dass die Situation sich mehr und mehr real anfühlt und

beginnt, in deinem Leben einen Platz einzunehmen.

 

Es ist ein Prozess, eine Entwicklung. Wenn du spürst, dass deine jetzige Erfahrung ein Teil von dir ist, wenn du sie in dir integriert hast als eine wichtige Ressource, dann hast du sie bereits angenommen und du bist mehr bei dir angekommen. Das fühlt sich gut an, vollständig und ganz und gar stimmig.

 

Beende den Kampf gegen dich und lasse dich so sein wie du gerade nun mal bist mit allem, was dich ausmacht.

 

Und spüre, du bist richtig, so wie du bist!

 

 

Hier findest du noch ein Gedicht zum Thema annehmen oder anerkennen was ist.

Viel Spaß beim Anhören!

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Annehmen was ist

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