Glücksmomente

Wie ist es, wenn ich zu mir stehe? Wenn ich meinem Herzen folge, meine Impulse wahrnehme und das umsetze, was sich stimmig anfühlt?

Das sagt sich so leicht. Doch womit fängt man an?

Da ist die Beziehung, da ist der Job und womöglich gibt es auch noch Krisen mit den Kindern.

Etwas in dir hält dich fest, lässt dich nicht weiter gehen, lässt dich nicht einmal sehen, was gut für dich ist. Du hältst durch, du willst nicht klein beigeben, nicht aufgeben und hältst an den alten Dingen fest. Du fragst nicht, ob sie sich noch gut anfühlen, du machst es eben, weil man es so macht, weil man nicht gleich aufgibt, weil man an Altem festhält und nicht gleich aufgibt, weil man zu dem steht, was man hat und sich nicht ständig nach Neuem sehnt.

Auch wenn du das Alte schon viel zu lange mitmachst, dich ausnutzen lässt oder gar nicht mehr wirklich dazu stehst, du spielst dieses Spiel von 'man tut oder tut nicht' mit und hast längst vergessen, dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt.

Dann kommt da ein Bild von einer glücklichen Frau, der du wirklich ansiehst, dass sie ihren Frieden  gefunden hat, dass sie voller Liebe ist und diese Liebe auch lebt, denn sie hat sich selbst gefunden. Und du weißt: Du bist noch immer auf dem Weg. Du bist noch nicht angekommen im Glücklich sein, in diesem ausgeglichenen Seelenzustand, in dem du mit dem Universum eins bist, in dem du nicht mehr brütest, was du ändern könntest, in dem du das erreicht hast, was du wirklich willst.

 

 

Das Glück steht vor der Tür. Doch greifen wir auch danach? Oder halten wir lieber die Tür verschlossen, damit es sich uns nicht nähern kann, damit es uns fern bleibt und uns nicht überrollt. Was ist das, was wirklich zählt? Ist es der Mann im Anzug, der uns überall hin begleitet oder ist es eine lumpige Vogelscheuche, die da vor dir steht, wenn du dir dein Glück vorstellst?

Du hast das Glück gerade gesehen. Es hat dich angeschaut aus den Augen, der liebenden Frau, aus den Augen des liebenden Mannes. Die beiden waren so glücklich, dass man es sehen konnte, dass man es spürte. Es knisterte, es bebte als erhebe sich ein Hügel, sanft und wunderbar weich aus dem kleinen kuschligen Tal, als könne man diesen Hügel erklimmen, der einen so wundervollen Ausblick bietet, der einen einlädt sich nieder zu lassen, um zu verweilen. Ja, genau, da ist dieser Punkt, wo du nicht mehr davonlaufen willst, wo du angekommen bist und voller Ruhe und Entspanntheit sagen kannst: "Hier will ich sein. Hier fühle ich mich wohl und bin glücklich."

 

Kennst du einen solchen Moment? Du willst ihn vielleicht festhalten und doch zerrinnt er dir zwischen den Fingern. Das ist nicht das Glück, das ich meine. Es ist kein kurzer Augenblick, nein, es ist die ganze Tiefe, die ganze Weite dessen, was du da empfindest, denn du bist bereit, dich ganz für ihn zu öffnen, dir nichts mehr vorzumachen oder einzureden, damit er so wird, wie du ihn haben möchtest. Nein, es ist das unfassbare Gefühl, das jenseits deiner Vorstellung liegt, von dem du nicht einmal träumen kannst, das so groß ist, dass du darin versinkst. Du fühlst dich darin geborgen.

 

Merkst du, wie du dich verschließt? Du kannst doch das Alte nicht einfach so aufgeben. Du weichst aus mit deinen Blicken, kannst nicht mehr für dich sorgen. Du hast zu gemacht.

Du versuchst dich abzulenken, kochst dir einen Kaffee, isst ein Stück Schokolade und - du verdrängst.

ich kann doch jetzt nicht aufgeben. Ich habe doch so viel Energie hineingegeben in meine Arbeit, in meine Beziehung. Das kann doch noch nicht alles gewesen sein. Aber ich fühle mich nicht wie kurz vor dem Ziel, das ist eher ein Schmerz, eine tiefe Traurigkeit, vielleicht sogar eine Hilflosigkeit. Wer kann mir sagen, wo es für mich weitergeht? Es fühlt sich so ausweglos an und immer wieder versuchst du dir einzureden, dass man nicht einfach alles hinschmeißen darf.

 

Du merkst, wieviel Energie es dich kostet, dein Leben so weiterhin aufrecht zu erhalten. Es ist ein Kampf, verbunden mit Trostlosigkeit und Lethargie. Eine never ending Story, wenn du sie nicht unterbrichst. Doch du denkst sofort, ich kann mich nicht trennen, kann nicht einfach alles hinter mir lassen, was ich mir all die Jahre mühsam erschaffen habe. Und du merkst zum ersten Mal, dass es mühsam war, dass die Leichtigkeit fehlt. Du ahnst zum ersten Mal, dass es um Trennung geht, ganz klare Trennung.

 

Du möchtest das Glück, aber ohne diesen Trennungsschmerz, ohne alles hinter dir lassen zu müssen. Du hast keine Sicherheit, keinen Boden unter den Füßen, springst ins Nichts, wenn du dich trennst.

Deshalb konzentriere dich erst einmal auf das, was du wirklich willst, auf dein Glück.

  

 

Welche Gestalt steht vor dir, wenn du an Glück denkst?

 

Wie sieht sie aus?

 

Hast du Blickkontakt?

 

Kannst du mit dieser Gestalt reden? Tu es und nimm Kontakt mit ihr auf. Es tut ihr gut, deine Stimme laut zu hören.

 

Oder nimm sie einfach in den Arm und lass deine Liebe fließen, wenn das geht.

 

Beobachte ihre Körperhaltung. Bewegt sie sich?

 

Kannst du ihr Gefühl erkennen oder sie danach fragen?

 

Vielleicht spürst du Traurigkeit oder Wut. Was auch immer erscheint, lass es da sein. Gib ihm Raum. Es hat lange brach gelegen und dein Glück wurde wahrscheinlich lange nicht gesehen. Wenn du jetzt in den Kontakt gehst, wird sich etwas regen.

Lass die Emotionen sich zeigen und atme sanft in dein Herz hinein. Hier ist der Sitz deiner Emotionen.

Alles darf sein.

 

Es ist vollkommen in Ordnung, dass du an dem Alten festhältst. Sei liebevoll mit dir und nimm es an, dass du dich nicht trennen willst oder kannst.

Nimm wahr, wie sich das auf dein Befinden auswirkt. Fühlst du dich angenommen und womöglich auch freier?

Du gibst dir Verständnis und Liebe, die größte Kraft im Universum.

 

Jetzt meldet sich die Stimme, die sagt: "So lange du am Alten festhältst, wird sich in deinem Leben nichts ändern. Du wirst kein Glück erfahren. Du musst dich trennen."

Du versuchst, auch diese Stimme in dir anzunehmen, aber es geht nicht. Dann nimm wiederum an, dass du dich nicht trennen willst und dass du diese Stimme nicht lieben kannst. Vielleicht sagst du ihr: "Ich höre dich und du bist wichtig für mich, aber ich kann mich trotzdem nicht trennen. Der Schmerz ist so groß, dass ich ihn nicht aushalten kann." Dann spüre deinen Schmerz und lasse auch ihn da sein. Atme in ihn hinein mit einem sanften Atem, er darf sein. Nimm auch ihn an.

 

Dann ist da noch deine Angst vor einer Trennung, eine Existenzangst, begleitet von Unsicherheit und Ungewissheit. Auch sie darf da sein, gib ihr Raum. Wo im Körper nimmst du sie wahr? Gehe mit deiner Aufmerksamkeit dort hin und lenke deinen Atem sanft zu dieser Stelle hin. Spüre wie er ganz von alleine kommt und wieder geht und kommt und wieder geht.

 

Wenn deine Gefühle sehr stark werden und körperlich spürbar sind, dann kannst du deine Cortexe austippen, ganz sanft.

Du findest die Cortexbalance unter https://www.bodytalksystem.com/videos/category.cfm?id=4

 

Wenn das Körpergefühl nicht nachlässt, kannst du dir die Angst als Gestalt vorstellen oder einfach nur mit ihr reden. Ihr sagen, dass du sie spürst, dass du ihr Dasein bemerkst und dass sie wichtig für dich ist. Sie schützt dich vor vorschnellen Entscheidungen und vor Schritten, die du vielleicht bereuen würdest. Sie war jetzt lange genug da und hat auf dich aufgepasst. Bedanke dich bei ihr dafür. Vielleicht hättest du es bisher nicht geschafft, dich selbständig zu machen und brauchst immer noch etwas Zeit. Da gibt dir dein Job eine gute Sicherheit und deine Beziehung schützt und trägt dich so lange, bis du auf eigenen Füßen stehst.

 

Überlege dir gut, wie es für dich weiter geht. Überstürze nichts, auch wenn du jetzt sofort dieses wundervolle Glück spüren möchtest.

Beginne damit, seine Gestalt ein wenig zu verändern. Du kannst es schön kleiden, einmal liebevoll baden, gründlich einseifen und sanft und liebevoll abtrocknen. Gib ihm deine Aufmerksamkeit und das, was es jetzt gerade braucht. Du kannst dir auch vorstellen wie diese alte Energie, dieses Schwere oder Unnahbare von deinem Glück abfließt tief in die Erde hinein und dort im Erdinneren durch das Feuer transformiert wird.

Versorge dich mit dieser reinigenden, feurigen Erdenergie und lasse dein Glück leuchten. Schenke ihm Licht und Wärme durch dein Liebe.

 

Nachdem du dich in Innern gesehen und wahrgenommen hast, Altes hast abfließen lassen  und Neues entstanden ist, kannst du auch dein Außen in einem neuen Licht sehen. Lass dich überraschen!

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