Loslassen können

Fällt es dir manchmal schwer dich zu trennen? Denkst du immer wieder Ich sollte, ich könnte, ich müsste mich trennen und doch geschieht gar nichts?

 

Kennst du diese Winkel und Ecken, in denen sich immer wieder Dinge ansammeln und du  weißt nicht wohin damit?

 

Meist haben sie eine lange Geschichte, sind uns sehr vertraut und gehören irgendwie zu unserem Leben dazu. 

 

Manchmal siehst du gar nicht mehr, wofür du diese Dinge noch brauchst. Sie haben Geld gekostet. Dieses Argument zieht immer und hilft uns beim Horten. Vielleicht brauche ich es ja irgendwann noch einmal, das kann man doch nicht wegwerfen. Doch auf der anderen Seite steht die Unordnung, die du auch nicht länger ertragen willst. Schließlich hast du dir vorgenommen aufzuräumen. Da gehört das sich Trennen eben nun auch dazu.

 

Ich habe ein paar Schritte zusammengetragen, die dir helfen können, dich leichter zu trennen oder den Gegenstand tatsächlich neu zu würdigen.

 

 

Der liebevolle Umgang mit "unbrauchbarem"

 

1. Wenn es dir schwer fällt, dich zu trennen, dann lege das "gute Stück" in eine Kiste und räume sie

     weg. Wenn du dich innerhalb von einem Jahr nicht mehr daran erinnert hast und dir auch beim

     Auspacken eher  Ablehnung begegnet und dir nicht einfällt, wo du es gebrauchen kannst, dann

     trenne dich.

 

2. Manchmal fällt es uns leichter, etwas zu verschenken oder auch zu verkaufen anstatt es gleich

     wegzuwerfen. Sozialkaufhäuser sind dankbare Abnehmer für manch ein Schmuckstück und der

     eine oder andere freut sich darüber und findet Gefallen an dem, was dir missfällt. Bei kleineren

     Teilen lohnt sich der Verkauf meist nicht, bei größeren kannst du im Internet häufig einen

     Abnehmer finden.

 

3. Vielleicht hast du aber auch eine Idee, wie du dieses Teil umgestalten kannst. Du magst ihm

     vielleicht eine andere Farbe geben oder fügst eine Kleinigkeit hinzu und schon ist etwas Neues

     entstanden, was besser zu dir oder in deinen Raum passt. So kann man z.B. oft mit wenig Aufwand       aus alten Kleidern etwas Neues zaubern.

 

4. Du kannst dich auch mit deinen Freunden zusammen tun. Jeder sortiert aus und findet diese

     untrennbaren und doch nicht geliebten Stücke, die er irgendwie nicht loslassen kann. Dann

     veranstaltet ihr eine Tauschparty. Bei Dingen, die absolut unmöglich sind, könnt ihr euch

     gegenseitig ermuntern, sie doch wegzuwerfen. Stellt also am besten gleich einen Müllsack und

     einen Verschenkkarton bereit.

 

5. Wie kommen diese Teile eigentlich zu uns? Manches wird uns geschenkt, aber teilweise haben wir

     diese Dinge auch gekauft. Bei Geschenktem kannst du natürlich wenig beeinflussen, außer du

     äußerst ganz klar deine Wünsche.

     Bei gekauften Teilen kannst du jedoch durch bedachten Einkauf  vorbeugen. Kaufe nur Dinge, die

     dir wirklich gefallen und die vor allem in Form und Farbe in deine  Wohnung oder bei Kleidern zu

     deinem Stil passen. D.h. lege dich am besten zuerst auf die Farben fest, die dir am meisten gefallen

     oder die dir gut stehen und entscheide dann bewusst über deinen Einkauf.

 

6. Manchmal ändert sich auch dein farblicher Geschmack oder du möchtest einfach mal eine
     Abwechslung. Dann finde einen Ort, wo du das "Alte" aufbewahrst und schau immer mal wieder hin,
     ob du eine Veränderung brauchst. Dann macht es dir viel mehr Freude, die lange nicht gesehenen
     Sachen wieder herzuholen oder anzuziehen. Diese Methode erfrischt und bringt neuen Wind in dein
     Leben. Es wird nie langweilig, denn die Dinge werden dir wie neu erscheinen, wenn du sie eine Weile
     nicht gesehen hast.

7. Wenn du dich von Büchern nicht trennen kannst, dann nimm dir vor, diese Bücher noch einmal zu

     lesen und entscheide dann, ob sie wertvoll für dich sind. Im Internet gibt es viele Anbieter, die

     Bücher ankaufen.

 

8. Wenn du etwas sammelst, was in der Ecke verstaubt und nicht gesehen wird, sondern eher für

     Unordnung sorgt, dann überlege dir, ob dir etwas einfällt, wie du dieses Sammelgut am besten

     inszenieren kannst. Frage dich auch einmal, welchen Sinn das Sammeln für dich hat. Was bedeuten

     diese Dinge für dich? Wenn sie dir sehr wichtig sind, dann wird dir sicherlich eine gute

     Präsentationsmöglichkeit einfallen. Ansonsten trenne dich.

 

9. Nimm dir einmal Zeit, über den von dir bevorzugten Stil nachzudenken. Du kannst ihn in der

     Gestaltung deiner Wohnung und in deiner Kleidung ausdrücken. Magst du es sportlich, klassisch,

     elegant, romantisch, verspielt, rockig, lässig oder auffällig? Sortiere deine Sachen nach dem von dir

     bevorzugten Stil und orientiere dich auch beim Einkauf daran. So wirst du viel weniger Dinge

     kaufen, die du hinterher nicht magst.

 

10. Gibt es Kleider in deinem Schrank, die du nie anziehst, an denen du trotzdem krampfhaft

       festhältst? Dann denk mal darüber nach, alle Teile aus dem Schrank zu nehmen, die du immer

       anziehst, so als gäbe es sie nicht und  bringe dich damit dazu, diese "Schrankhüter" anzuziehen.

       Bist du bereit dazu? Wenn nicht, dann gib sie weg und trenne dich.

Wichtig beim Aufräumen ist auch, dass du liebevoll mit dir umgehst.

Vielleicht macht es dich wütend, dass du so viele unnütze Dinge besitzt, die du schon so lange von einer in die andere Ecke schiebst. Dann lass diese Wut da sein. Drücke sie aus. Wenn du kannst, schrei sie heraus (Vorsicht Nachbarn) oder laufe in der Natur und lass all deine Power heraus.

Verschone deine Gegenstände und beschäftige dich erst wieder damit, wenn sich deine Wut abgekühlt hat.

 

Wundere dich auch nicht, dass du bei manchen Dingen etwas Bedenkzeit brauchst und dich länger damit auseinandersetzt. Mache dir bewusst, dass Aufräumen ein Prozess ist, der auch immer mit einer Veränderung einhergeht und gib dir Zeit dafür. Du hast lange mit deinem angesammelten Hab und Gut  gelebt, so dass du dich erst einmal auf die Trennung oder Umgestaltung einstellen musst.

 

Lass auch deiner Kreativität freien Lauf und sei offen dafür, dass die Dinge sich neu entwickeln.

Ich wünsche dir viel Spaß bei deiner Modifikationen und Erneuerungen. Vielleicht erkennst du deine Umgebung kaum noch wieder.

 

 

Liebe Grüße ,                                                                           

Claudia

 


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